|
Moosburg
- Kairo - Kapstadt (1994)
Acht Monate dauerte eine Reise die mich von Moosburg
bis an den südlichsten Zipfel Südafrikas führte. Das Ziel, das
ich beim Aufbruch im Auge hatte, war Ägypten. Doch die Fähre, die
mich direkt dorthin bringen sollte, lief nicht aus. Israel war die einzige Alternative.
Kein Problem, dachte ich. Von
Israel führt die einzige Autobahn des Kontinents nach Ägypten. Dass
auf dieser Autobahn ein Nagel lag, den ich genau erwischte, dass ich mich dabei
überschlug und meine Honda Transalp dabei fast zerstörte - dies war
(gekoppelt mit einer guten Portion Trotz meinerseits), der Grund, meine erste
Motorradreise allein nicht abzubrechen sondern weiter nach Süden zu fahren.
Auf dem Campingplatz "nähte" ich die gebrochenen Verkleidungsteile
mit Kupferdraht, bastelte herum, bis die Maschine halbwegs fahrtüchtig war,
und ließ mir von Mike, einem anderen Afrikareisenden, eine Route aufzeichnen.
"Moi schaun, wia weit i kim", war die Devise, die mich über Kenia,
Uganda, Zaire, Tansania, Malawi, Mozambique, Zimbabwe, Botswana und Namibia schließlich
nach Südafrika brachte. Ich
tastete mich vor von Land zu Land, in Harare fuhr ich einen Lufthansa-Stützpunkt
an, um eventuell heimzufliegen. Doch hier traf ich auf viele Südafrikaner,
die in Zimbabwe den Ausgang der Wahlen abwarteten. Sie schwärmten von ihrem
wahrlich wunderschönen Land, erklärten mir irgendwann, als Mandela die
Macht übernommen hatte, die "Luft sei rein" - und so lenkte ich
das Motorrad über die Grenze. Dass ich tatsächlich nach 8,5 Monaten
den Tafelberg vor mir sah, dann am Kap der Guten Hoffnung stand, konnte ich selbst
am allerwenigsten glauben. Wie ein weiteres Wunder erschien der Abschluss dieser
Reise: der Pilot der Lufthansa-Linienmaschine, die mich zurück nach Deutschland
brachte, drehte über Südafrika eine Extra-Runde nur für mich -
zum Fotografieren. 
|