| Motorradabenteuer
Westafrika (
1998 )
Die größte Sandwüste der
Erde, die Sahara, durchquerte ich erstmals auf meiner Westafrika-Reise. Wieder
war ich allein unterwegs, diesmal mit einer Honda Dominator. Schon in Marokko
allerdings tauschte ich die Beschaulichkeit der Alleinreisenden gegen die Sicherheit
eines Konvois. Gezwungenermaßen. Durch den Minengürtel, der das Gebiet
der ehemaligen spanischen Westsahara durchzieht, kommt man nur im Konvoi.
Mauretanien ließ sich nur am Spülsaum
des Meeres befahren - feste Piste gibt es in diesem Land der traditionsverhafteten,
überaus stolzen aber extrem armen Menschen nicht. In Schwarzafrika versuchte
ich mich an Teilen der Strecke Paris-Dakar: meine Achtung vor den Teilnehmern
dieser Rallye ist seitdem immens. Die farbenprächtigen Märkte in Gambia
zogen mich ebenso an wie kulturelle Highlights, etwa die größte Lehmmoschee
der Welt in Djenne, Mali. Über Burkina Faso und die Elfenbeinküste
erreichte ich die ghanaische Grenze. Zwei Zöllner kontrollierten meine Papiere.
Plötzlich zeigte der eine auf mein Vorderrad: "Du hast da vorne kein
Nummernschild!" Ich war völlig perplex - doch nicht sprachlos. Statt
ihm zu antworten, verwickelte ich seinen Kollegen in ein Gespräch, erzählte
von meinen Erlebnissen und fragte ihn nach der besten Reiseroute. Der erste Zöllner
ließ sich von dem "fehlenden" Nummernschild ablenken, folgte unserem
Gespräch- und mitten im Satz ließ ich meine Maschine an, verabschiedete
mich und fuhr davon. Die verblüfften Gesichter konnte ich nicht mehr bewundern:
ich wagte nicht, mich noch einmal umzudrehen. In Togo zwangen mich die sich
abzeichnenden Unruhen und fehlende Ausweichmöglichkeiten, diese Reise "schon"
nach sechs Monaten abzubrechen. |