Gesichter
Afrikas 
Mit
dem Motorrad von Südafrika nach Moosburg Fast
neun Monate lang bin ich meinem Kompass gefolgt, immer nach Norden, durch 22 Länder
und über 26 Grenzen - seit einigen Wochen bin ich zurück! Nach so langer
Zeit, nach 26 000 gefahrenen Kilometern und doch viel zu früh. Rückblickend
sehe ich, wie wunderschön es war, und wie viel ich in dieser Zeit erlebt
habe: In Johannesburg war ich in Soweto, dann im Apartheid Museum, hab am Constitution
Hill, dem heutigen Parlament und früheren Gefängnis, der Stimme Mandelas
gelauscht. Im
Südlichen Afrika hatte ich jede Menge riesiger Nationalparks zur Auswahl.
Es ist ein atemberaubender Anblick, hunderte von Elefanten vorbeiziehen zu sehen,
oder nachts im Zelt zu liegen und den Geräuschen der afrikanischen Savanne
zu lauschen. Oder vom sicheren Auto aus Löwen bei ihrer Jagd zu beobachten.
Bei den Massai hatte ich das Glück, an einem traditionellen Fest teilzunehmen,
ihre Tänze zu sehen, von ihnen in ihre winzigen Hütten eingeladen zu
werden und handgefertigten Schmuck zu kaufen. In Khartum durfte ich mit den
Männern (!) tanzen und singen, am Nil den Fischern zuschauen und mir an ihrem
Lagerfeuer eine Nacht lang Geschichten erzählen lassen. Meine
Urururur... oma hab ich in Äthiopien besucht - Lucie, unsere älteste
Vorfahrin. 3 Mio. Jahre jünger und doch über 1 000 Jahre alt sind die
in Felsen gehauenen Kirchen im Norden des Landes. Um sie zu sehen, kletterte ich
mit einem Führer eine hundert Meter hohe, fast senkrechte Felswand hoch. Dann
holte mich die Gegenwart ein, in Form von schier nicht enden wollender Flüchtlingsströme:
in Wadi Halfa traf ich auf die afrikanischen Gastarbeiter, die von den Erdölfeldern
Libyens in ihre Herkunftsländer zurückströmten. In Jordanien
staunte ich über die Felsenstadt Petra. Nachts bietet sie ein beeindruckendes
Schauspiel, genau wie die zauberhaften Bahai Gärten von Haifa in Israel. Wenn
ich mit Kindern spielte, mir ihre Geschichten anhörte und sie dann fragte,
ob ich sie fotografieren dürfe, konnte ich mich kaum retten vor Modellen.
Heut freu ich mich an den vielen Bildern, auf denen ich lachende, nachdenkliche
und traurige Gesichter festgehalten habe,... Klar,
mein Motorrad ist auch auf manchen zu sehen. Allerdings war ich wie immer die
meiste Zeit allein unterwegs, kämpfte mich durch Hitze, Staub, Schlamm und
Wolkenbrüche. Brav hat die Honda all das schlechte Benzin geschluckt, sich
mit minderwertigem Öl zufrieden gegeben. Zuverlässig trug sie mich nach
Haus, nur die leisen "Fehlgeräusche" zeigten deutlich, wie sehr
sie sich nach Giagl, unserem Mechaniker sehnte. Jetzt
bereite ich einen neuen Diavortrag vor, sortiere Bilder auf denen ich meine Erlebnisse
festgehalten hab, aber auch traumhafte Landschaften, Regenwald und Sandstrände,
spielende Delfine und jagende Löwen. Ich freu mich drauf, von dieser abwechslungsreichen
Reise durch Afrika und die arabische Halbinsel zu erzählen. Wann
genau erfahrt ihr hier, sobald die Termine feststehen. Bis
dahin gibt's den Vortrag zum "Mythos Seidenstraße" - und ich freu
mich, euch dabei zu begrüßen.

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